Zweite SACHSEN CLASSIC startet

160 Fahrerteams stehen am 16. September am Zwickauer Hauptmarkt bereit
September 16, 2004 8:52 PM
Filed Under: Classics, German, Volkswagen

Press Release

Ganz im Zeichen der einhundertjährigen Automobilgeschichte der Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau gehen vom 16. bis 18. September automobilhistorische Schmuckstücke auf die 540 Km lange Strecke.

Wolfsburg/Zwickau, 16. September 2004 - 160 Fahrerteams stehen am 16. September am Zwickauer Hauptmarkt bereit, um zur ersten Etappe der großen Oldtimer-Rallye zu starten. Mit dabei: automobile Schätze aus dem Wolfsburger AutoMuseum Volkswagen, dem ZeitHaus der Autostadt, dem Audi-Museum Ingolstadt und dem Škoda-Museum in Mlada Boleslav/Tschechien. Start zur ersten Etappe ist am Donnerstag, 16. September mittags auf dem Hauptmarkt in Zwickau mit einer anschließenden Gleichmäßigkeitsprüfung auf dem "Sachsenring" und Zwischenstopps in Chemnitz und Schloss Klaffenbach. Zur Zieleinfahrt geht es gegen 15.45 Uhr zurück auf den Zwickauer Hauptmarkt.

Am Freitag, 17. September beginnt um 8.00 Uhr die zweite Etappe "Erzgebirge". Nach einer Mittagspause auf dem Fichtelberghaus endet die Fahrt gegen 16.00 Uhr auf dem Freiberger Obermarkt.

Am Samstag, 18. September startet um 8.00 Uhr das erste Fahrzeug zur letzten Etappe "Gläserne Manufaktur" nach Dresden. Mittagspause ist auf der Festung Königstein inmitten der Sächsischen Schweiz. Die Zieleinfahrt der SACHSEN CLASSIC 2004 ist dann ab ca. 14.40 Uhr an der "Gläsernen Manufaktur" in Dresden.

Neben so edlen und kostbaren Gefährten wie dem Wanderer W52 (1935), einem Horch V12 (1932), einem Horch 853 A (1938) und einem Horch 930 V Cabriolet (1939) nehmen auch aus späteren Jahrgängen interessante und zum Teil einmalige Automobile die Herausforderung an: so unter anderem ein Dannenhauer & Stauss Cabriolet (1951), ein frühes Käfer Cabrio von 1949, der Volkswagen K 70 (1970) sowie der Scirocco LS von 1973 mit der Fahrgestellnummer 01. Škoda präsentiert einen Škoda 860 aus dem Jahre 1932.

Chauffiert werden die Wagen unter anderem von Persönlichkeiten wie Alexander Prinz zu Sachsen oder Professor Ludwig Güttler.

In besonderer Funktion ist auch Jutta Kleinschmidt dabei. Die Volkswagen Werkspilotin fährt mit einem Service-Touareg der Dakar Rallye als Führungsfahrzeug am Starttag dem Feld voraus.

Die Schirmherrschaft für die SACHSEN CLASSIC hat auch in diesem Jahr der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Georg Milbradt, übernommen.

HORCH 670 (1932)
Motor: V 12-Zylinder, wassergekühlt Hubraum: 6021ccm Leistung: 120 PS bei 3200/min Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h

Dieses majestätische Automobil war der Stolz der Auto Union, als es im Herbst 1931 auf dem Pariser Auto-Salon vorgestellt wurde: ein fantastischer Superluxuswagen, motorisiert von einem monumentalen, sechs Liter großen und 120 PS starken V-Zwölfzylinder.

Ungewöhnliche Merkmale des 60o-Triebwerkes sind Hydrostößel, horizontal angeordnete Ventile sowie ein raffiniertes, vor Kaltstarts zu betätigendes Öl-Zusatzsystem zur Zylinderschmierung, Vermeidung von Kolbenkippern und Verbesserung der Kompression.

Der ZeitHaus-670, einer von nur vier Überlebenden des Typs, überstand den Krieg im grünen Tarnkleid. Danach gelangte er im Gepäck eines amerikanischen Offiziers in die USA, ehe er Ende der 80er Jahre wieder nach Deutschland zurückgeholt und akribisch restauriert wurde.

Å koda 860 (1932)
Motor: Achtzylinder Reihenmotor Hubraum: 3900 ccm Leistung: 44 kW (60 PS) Höchstgeschwindigkeit: 112 km/h

Bei Diesem Fahrzeug handelt es sich um ein lediglich vier mal gebautes Voll-Cabrio mit sechs Sitzen in drei Reihen. Heute existiert nur noch dieses einzige Exemplar.

Audi Front UW 220 (1934)
Motor: Reihen-Sechszylinder Hubraum: 1.950 ccm Leistung: 29 kW/40 PS Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Mit dem Audi Front UW 220 läutete Audi 1933 eine neue Ära ein: Der Front UW* 220 ist der erste europäische Wagen der gehobenen Mittelklasse mit Sechszylindermotor und Frontantrieb. Er ist zudem der erste Audi gemäß dem Audi-Slogan der Nachkriegszeit: "Vorsprung durch Technik".

Die Auto Union präsentierte ihren neuen Fronttriebler 1933. In Zweiliter-Version blieb er zwei Jahre in Produktion, um 1934 vom Front Typ 225 mit 2,25 Liter-Motor, gebaut bis 1939, abgelöst zu werden.

Die Auto Union stellte insgesamt rund 4.500 Audi Front mit Zweiliter- und 2,25 Liter-Motoren her. Der ZeitHaus-Audi ist eines von xx gebauten Sportcabriolets mit Gläse-Karosserie.

In Deutschland sollte sich das Audi Front-Konzept in der gehobenen Klasse erst rund vier Jahrzehnte nach dessen Debüt durchsetzen.

* "UW" steht für "Umgekehrter Wanderer", weil der verwendete Wanderer-Motor im Audi wegen des Frontantriebs um 180 Grad gedreht eingebaut wurde.

WANDERER W 52 CABRIOLET (1937)
Motor: 6 Zylinder in Reihe, wassergekühlt Hubraum: 2651 ccm Leistung: 62 PS bei 3500 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 115 km/h

Mitte der dreißiger Jahre achtete die Auto Union darauf Kosten zu senken, in dem man mehr Gleichteile verwendete. So hatte der W 52 den gleichen 2.6 Liter-Seitenventil-Motor, wie der W 23. Die Hinterradaufhängung des W 52 war die Pendel-Schwingachse der älteren W 50/W 51 Modelle. Eine Aufhängung, die sehr komfortabel, aber kostenintensiver in der Herstellung war als die hochliegende Querfeder - auch "Schwebeachse" genannt - des Wanderer W 23.

Die höheren Herstellungskosten und die starke Nachfrage nach dem W 23 führten bereits nach einem Jahr zur Produktions-einstellung des Wanderer W 52. Dennoch war dieser Wagen besonders in der Damenwelt beliebt, die seine leichte Handhabbarkeit und seine elegante Ausstrahlung schätzte.

HORCH 930 V (1939)
Motor: V-Achtzylinder, wassergekühlt Hubraum: 3823 ccm Leistung: 67 kW / 92 PS bei 3600/min Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

Hatten die "großen" Horch der 30er Jahre Fünfliter-Reihenachtzylinder (Typen 780, 850, 851 und 853) oder gar einen Sechsliter-V 12 (670) unter den monumentalen Motorhauben, so begnügten sich die "kleinen" Horch-Modelle 830 und 930 V mit deutlich weniger Hubraum: 3,5 Liter bzw. ab 1938 3,8 Liter maßen die V 8-Motoren dieser kompakteren Horch-Modelle, die in den Jahren 1933 bis 1940 in Zwickau, Sachsen, gefertigt wurden.

Der 930 V unterscheidet sich vom teilweise parallel gebauten, klassischen 830 durch die modernere, sehr elegante Linienführung. Er galt als erste Wahl des Herrenfahrers, der lieber selbst fuhr.

KÄFER CABRIOLET (1949)
Motor: Vierzylinder-Boxer, luftgekühlt Hubraum: 1131 ccm Leistung: 25 PS bei 3300 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Der Karossier Karmann in Osnabrück entwickelte im Auftrag von Volkswagen das viersitzige Cabriolet. Es wurde zwischen Juli 1949 und Januar 1980 gefertigt.

Dieses Cabriolet wurde am 30. Oktober 1949 erstmals zugelassen, und zwar für einen Witzenhausener Kurzwarenhändler, der den Wagen bis 1977 als Geschäftsfahrzeug nutzte. 1984 verkaufte der zweite und letzte Besitzer (ein Fuldataler Silberschmied - der in Deutschland erstmals den Käfer als sammelnswerten Oldtimer in der Öffentlichkeit propagierte), das Cabriolet an das AutoMuseum Volkswagen.

1999 wurde der korallenrot-schwarze Oldtimer komplett restauriert, um nun in frischem Glanz an Classic-Ausfahrten teilzunehmen.

TRANSPORTER TYP 2 (1951)
Motor: Vierzylinder Boxermotor, luftgekühlt Hubraum: 1131 ccm Leistung: 25 PS bei 3300/min Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h

Dieser Transporter mit der Werbung des Limonaden-Herstellers Sinalco stammt aus dem Jahr 1950 - dem ersten Jahr der VW Transporterproduktion. Er ist damit eines der ältesten erhaltenen Exemplare dieses Typs - und sicherlich auch eines der schönsten.

Als Wrack wurde er von einem Sammler dem Wolfsburger AutoMuseum geschenkt. Es folgte eine penible und sehr aufwendige Totalrestaurierung mit dem Ziel, den Originalzustand wieder herzustellen.

Volkswagen Kombi (1951)
Motor: Vierzylinder Reihenmotor, wassergekühlt Hubraum: 1192 ccm Leistung 22 kW (30 PS) bei 3300 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h

Am 18.Mai 1951 lief der Kombi (Typ 23) im Volkswagenwerk Wolfsburg vom Band. Ein schwedisches Unternehmen war der erste Besitzer und nutzte das Fahrzeug bis Mitte der sechziger Jahre. 87.000 Kilometer hatte der Wagen bis dahin auf skandivanischen Straßen zurückgelegt, dann stand er mehr als zwei Jahrzehnte still.

Der neue Besitzer importierte 1996 den restaurierungsbedürftigen Kombi nach England. Gleichzeitig mit der Restauration baute er den Kombi zum Camper um. Die Camping-ausstattung ist an den Geschmack der damaligen Zeit angepasst. Dies spiegelt unter anderem der zweifarbig karierte Bodenbelag im Fahrgastraum wider. Auffällig ist auch, dass die Flügeltür für den Fahrgastraum sich auf gleicher Seite befindet wie der Fahrerplatz, nämlich links. Der ursprünglich als Rechtslenker ausgelieferte Kombi (Schweden wechselte erst 1967 von Links- auf Rechtsverkehr) wurde während der Restaurierung zum Linkslenker.

Das AutoMuseum Volkswagen wurde 1999 durch einen Artikel im "Volksworld Magazine" auf den zweifarbigen Kombi aufmerksam. Im Mai 2000 kaufte man das Fahrzeug, so dass es heute wieder an seinem Produktionsort Wolfsburg steht.

Source: Text & photos courtesy VW AG
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